2007 :

Programm für lebenslanges Lernen, COMENIUS Schulpartnerschaften
Seit noch nicht allzu langer Zeit hängt in unserer Schule ein Schild, das dokumentiert:
Die Anne-Frank-Schule ist eine Comenius-Schule (Vertragsbeginn 2007 / Vertragsende 2009).
Von der Projektidee über die Bewerbung beim Pädagogischen Austauschdienst (PAD) bis zur Genehmigung unseres Projekts durch diese Nationale Agentur für EU-Programme war es allerdings ein längerer Weg.
Es begann im Mai 2006 mit einer Notiz in einer Partnersuchdatenbank, zu finden auf der SOKRATES-Website des PAD. Titel des Projekts: Youth Culture (Present and Past). Auf die Kurzbeschreibung unseres Projekts hin meldeten sich zahlreiche Interessenten aus ganz Europa. Während der Entwicklung und Ausarbeitung der Projektidee kristallisierten sich die folgenden Projektpartner heraus:

  • Instituut de Pélichy Ave Maria / Belgien
  • Istituto Tecnico Industriale “F. Giordani” / Italien
  • Kodaly Zoltan Altalanos Iskola / Ungarn
  • Gimnazjum nr 20 im.Alfreda Jahna / Polen
  • Scoala Cu Clasele I – VIII „Mihail Sadoveanu“ / Rumänien
  • Collège Dupaty / Frankreich
  • The Grammar School / Zypern

Alle Projektpartner bewarben sich bei ihrer jeweiligen Nationalen Agentur (Deadline war Ende März 2007). Es stellte sich im Herbst 2007 nach und nach heraus, dass nur drei Schulen die Genehmigung zur Durchführung des Projekts bekamen: die belgische, die ungarische und unsere Schule. Unsere Partnerschulen hatten das OK durch ihre Nationalen Agenturen etwas eher erhalten, wir bekamen es im November. Mit der Genehmigung erhält man einen Vertrag, der beinhaltet, dass man bestimmte Verpflichtungen eingeht, Aufgaben zu lösen, Produkte zu erstellen (gemäß Projektplan) und dafür die finanziellen Mittel erhält, sofern die Verpflichtungen eingelöst werden.
Sobald die Genehmigung feststand, begannen die drei Partnerschulen umgehend mit der Umsetzung des gemeinsamen Projektplans in die Praxis. An unserer Schule „stieg“ Herr Fillisch sofort in die Projektarbeit „ein“, die zunächst darin bestand, eine Comenius-AG zu starten, um mit den Schülern gemeinsam die erste Aufgabe zu lösen: die Film-Präsentation (Präsentation unserer Schule in Form eines Films). Mit vereinten Kräften und dank der tollen Unterstützung unserer Referendare und Referendarinnen Andreas Blinn, Heide Kuhn und Katrin Volk, die vor allem beim Schneiden des Films unersetzliche Arbeit leisteten, entstand der Film in Rekordzeit.
Eine weitere zu lösende Aufgabe ist das Erstellen einer Schulbroschüre in zwei Sprachen, die noch im Werden begriffen ist. Die eigentliche Hauptaufgabe im 1. Projektjahr – das Erstellen eines Fragebogens zum Freizeitverhalten Jugendlicher, die Durchführung der Befragung sowie deren Auswertung – wurde im Deutschunterricht einiger Klassen vorbereitet. Dort wurde ein Fragebogen entworfen.
Beim ersten Projekttreffen der drei Schulen, das an unserer Schule vom 28.01.08 bis zum 01.02.08 stattfand, standen die Erstellung eines gemeinsamen Fragebogens sowie die Formulierung des gemeinsamen Teils unserer „common brochure“ auf der Tagesordnung. Unsere Partnerschulen waren bei diesem Treffen durch je zwei Kolleginnen und je acht Partnerschüler vertreten. In europäischer Kooperation lösten wir die Aufgaben, wobei unser Kommunikationsmittel die englische Sprache war. – Natürlich ging es bei diesem Treffen nicht nur um gemeinsames Arbeiten: wir wurden vom Bürgermeister empfangen und unternahmen Ausflüge nach Frankfurt (Flughafen, Goethehaus) und Gießen (Mathematikum), um den Gästen Eindrücke unserer Region zu vermitteln.
Bemerkenswert war auch der persönliche Kontakt unter den Partnerschülern; die Gastschüler waren in den Familien unserer Schüler untergebracht, von denen einige sogar zwei belgische oder ungarische Schüler aufnahmen. Getreu dem Thema unserer Befragung im 1. Projektjahr verbrachten die Schülerinnen und Schüler der drei Partnerschulen ihre freie Zeit miteinander, wobei Englisch ganz selbstverständlich wurde und der Spaß keineswegs zu kurz kam.
Momentaner Stand der Dinge ist: Die Schülerbefragung zum Freizeitverhalten wurde von den Mitgliedern der Comenius-AG durchgeführt. Eine gleich große Gruppe von Eltern wurde ebenfalls befragt, wobei die Eltern  Fragebögen mit den gleichen Fragen erhielten und sich zur Beantwortung in ihre Zeit als Teenager zurückversetzen mussten. Bei der Auswertung kommt der Fachbereich IT ins Spiel. Herr Pätzold und Herr Hoth übernehmen mit Schülern ihrer Computerkurse diesen Teil der Projektarbeit.
Für die Interpretation der Ergebnisse benötigen wir mit Sicherheit die Mitarbeit weiterer Fachbereiche, etwa GL, Deutsch oder Mathematik.
Je mehr Schüler und Kollegen unserer Schule einen Beitrag zum Gelingen des Projekts leisten, desto besser wird die Comenius-Projekt-Idee verwirklicht, und unsere Schule kann sich zu Recht „Comenius-Schule“ nennen.
Natürlich wird mit der Interpretation der Befragungsergebnisse die für dieses Schuljahr geplante Projektarbeit nicht beendet sein. Wir richten ein Internetforum ein (bei eTwinning). Dort werden alle drei Partnerschulen die Ergebnisse veröffentlichen und es wird unsere Aufgabe sein, einen Vergleich zwischen den drei Ländern zu erstellen. Die Schüler erhalten die Möglichkeit, in diesem Forum die Ergebnisse zu diskutieren.
Es gibt noch weitere Aufgaben in diesem Schuljahr, die in den drei Schulen vorbereitet werden, wobei die Ergebnisse auf zwei weiteren Treffen (in Ungarn und Belgien) präsentiert bzw. zusammengeführt werden.
 
Regina Zammert

 

2008 :

YEAH, YEAH, YEAH - YO, YO

Geschichte der Rockmusik war zentrales Thema bei Comenius-Treffen an Anne-Frank-Schule
Von Bessie Smiths „Bleeding Heart Blues“ bis zu 2Pacs „Ghetto Gospel“, von den Wurzeln der Rockmusik bis zu den elektronischen „Styles“ befassten sich an der AFS  Jugendliche aus Belgien, Ungarn und Deutschland in europäischer Teamarbeit mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt des über zwei Jahre laufenden Comenius-Projekts, das den Titel „Jugendkultur (Gegenwart und Vergangenheit)“ trägt.
Während vier Gruppen zu wichtigen Stilrichtungen der Rockmusikgeschichte sowie deren typischen Vertretern und ihrer Musik recherchierten, erstellte eine Gruppe einen gemeinsamen Fragebogen zum Thema „Lieblingsmusik von Jugendlichen“, der nach den Herbstferien Mitte Oktober zum Einsatz kommen soll.
Das oben kurz umrissene Treffen fand vom 29.09. bis zum 03.10.08  an der Anne-Frank-Schule in Linden statt. Dabei waren je acht SchülerInnen und zwei bzw.drei LehrerInnen der Partnerschulen aus Izegem / Belgien und Székesfehérvár / Ungarn an der AFS zu Gast. Das Instituut de Pélichy war vertreten durch die Comeniuslehrer Fabienne Maes und Tom Vanroose, die Kodály Zoltán Általános Iskola durch die Kolleginnen Timea Várnai, Aranka Sepseiné und Maria Burda. Das AFS-Comenius-Treffen, bei dem es sich um das erste Treffen im zweiten Projektjahr handelt, wurde geplant und organisiert von Andreas Blinn, Dieter Schäfer, Regina Steger und Regina Zammert. Von deutscher Seite nahmen 15 Schülerinnen und Schüler an dem Projekttreffen teil.
Die ausländischen Schülerinnen und Schüler wohnten bei deutschen Partnerschülern, einige deutsche Gasteltern nahmen sogar zwei Schüler bei sich auf.
Natürlich bestand das Treffen nicht nur aus Projektarbeit. Am 1.Oktober besuchte die gesamte Gruppe Mainz (Gutenberg-Museum und ZDF), am Donnerstagnachmittag besichtigte man das Braunfelser Schloss und erfuhr einige Merkwürdigkeiten über mittelalterliche Sitten. Private Treffen gab es selbstverständlich ebenfalls, und bei allem war die englische Sprache neben der Pantomime das wichtigste Kommunikationsmittel. Zu den zahlreichen Gelegenheiten, europäische Kontakte zu knüpfen, zählte auch die Abschlussparty, bei der die gemeinsam favorisierte Musik für sich sprach.
 Ermöglicht werden Treffen wie das hier beschriebene durch die EU.
Comenius-Projekte im Rahmen des Programms für lebenslanges Lernen, so auch das Projekt „Jugendkultur (Gegenwart und Vergangenheit)“, werden mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.